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[Mixer] Allen&Heath Xone 62

 
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stocky
Roadie
Roadie


Anmeldedatum: 04.11.2002
Beiträge: 1
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: Di 10-08-2004, 22:33    Titel: [Mixer] Allen&Heath Xone 62 Antworten mit Zitat

Prolog
Nachdem mein DJM 500 so einiges mitmachen musste und nicht mehr alles 100%ig läuft wie es soll, hab’ ich mir ein A&H Xone:62 geleistet. Das Pioneer hat mir 2 ½ Jahre treu gedient und daher wird er auch bei diesem Test als Referenz herhalten. Das mag angesichts des Unterschiedes im Alter (sowohl des Marktalters, als auch das Alter meines Mixers im speziellen) und im Preis nicht ganz fair sein, aber immerhin ist das Pioneer der Quasistandard der Clubs und das Xone ist auf dem besten Wege einer zu werden. Sie sind also beide für das gleiche Einsatzgebiet konstruiert und müssen sich daher den gleichen Anforderungen gegenübersehen.
Allen&Heath bauen seit über 30 Jahren Mischpulte für Studio- und Live- Anwendungen. Vor wenigen Jahren wurden dann mit dem Xone:62 und dem Xone:464 die ersten DJ-Mixer dieser britischen Schmiede vorgestellt. Am Anfang lief es eher schleppend, so dass man sich entschloss, das Design etwas zu überarbeiten und dem Sortiment das 3kanalige Xone:32, den Battlemixer Xone:02 und den mit Rotarys und Röhrevorstufen ausgestatteten noblen NY-House Mischer Xone:V6 hinzuzufügen. Ganz frisch im Dezember 2003 wurde schließlich noch der Xone:92 präsentiert, der auf dem 62 basiert, in vielen Dingen aber noch einen Schritt weiter geht.




Die Fakten
Zunächst wie immer ein Bild...


click to enlarge



...und eine Featureliste:

Eingänge:

2 Stereo/Mono Kanäle
Mic/Line (XLR/6,3mm Klinke)
-Gain
- 4-Band EQ (+15/-15dB @ 100/250/2.500/10.000 Hz)
- Aux-Send (Pre-/Post-Fader umschaltbar)
- EQ-On Taste
- 4stelliges VU-Meter (-15dB/0dB/+6dB/Peak)

4 Stereo Kanäle
Phono/Line (Cinch/Chinch)
- Gain
- 4-Band EQ (+6/-26dB @ 100/250/2.500/10.000 Hz)
- Aux-Send (Pre-/Post-Fader umschaltbar)
- EQ-On Taste
- 4stelliges VU-Meter (-15dB/0dB/+6dB/Peak)
- Crossfaderzuweisung


Ausgänge:
1 Master Out (XLR)
1 Mono Out (6,3mm Klinke)
1 Booth Out (6,3mm Klinke)
1 Aux Out (6,3mm Klinke)
1 Record Out (Cinch)
1 Headphones Out (6,3mm Klinke)

Sonstige Ausstattung:
- 12stelliges Stereo-VU-Meter für Master-, Aux- und Cue-Pegel
- Mute- und Mono- Taste für den Booth Out
- PCV Crossfader von Penny & Giles
- Split-Cue
- Panorama-Regler und Aux-Send für den CF
- 2 umschaltbare CF-Kurven
- 2 resonanzfähige Filter, die gemeinsam zwischen Highpass, Bandpass und Lowpass umgeschaltet werden können. Die Eck- bzw. Scheitelfrequenz lässt sich bei beiden unabhängig frei zwischen 100Hz und 20kHz wählen.

Abmessungen:
320mm*105mm*358mm (Breite*Höhe*Tiefe)

Zubehör:
Kaltgerätenetzkabel (im Lieferumfang enthalten)
Rackmountwinkel (schmal): XONE2:62-RK
Rackmountwinkel (19“): XONE2:62-RK19
Estatzcrossfader: XONE2:XFADER

Preise:
UVP laut Vertrieb: 1496,40 Euro
Straßenpreis zur Zeit: ca. 1100,- Euro




Der erste Kontakt
Nach dem hektischen aufreißen des Kartons blitzt ein silbergraues Leuchten zwischen den dicken Schaumstoffbalken hervor. Positiv fällt sofort die äußere Verarbeitung auf: Keine Ecken, keine Kanten, einfach nichts an dem man sich stoßen oder kratzen könnte. Alles ist sauber abgerundet und es steht kein einziger Schraubkopf über. Wenn ich mir dagegen mal die Unterseite eines DJM ankucke... lassen wir das.
Neben dem Pult liegt dem Karton ein Netzkabel und eine englische Bedienungsanleitung bei, was aber hoffentlich niemanden vor Probleme stellt.
Ich ziehe also mein altes Pult hervor, um die Kabel zu lösen und stattdessen den neuen Mixer an seinen Platz zu stellen. An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass der Xone die gleiche Grundfläche wie das DJM hat. Er ist lediglich einen Zentimeter höher. Beim Anschluss der Plattenspieler die nächste positive Überraschung: Das Xone hat zwei dicke, fette Erdungsschrauben! Die Erdungskabel meiner Technics sehen richtig verloren an ihnen aus. Wer ab und zu mal sein Pult „on the road“ benutzt, wird das zu schätzen wissen. Oft genug habe ich mich schon mit diesem einzelnen winzigen Plastikschräubchen am DJM rumgeärgert, bis die Kabel endlich sicher saßen. Hier läuft alles ganz easy. Überflüssig zu erwähnen, dass alle Cinch-Buchsen vergoldet sind und die XLR- und Klinkenbuchsen standesgemäß in Vollmetallausführung.




Die Mechanik
Nachdem nun alles ordnungsgemäß angeschlossen ist folgt der erste mechanische Check der Regler. Was soll ich sagen? Die 60mm-Linefader laufen wie ein heißes Messer durch Butter. Mit einem wirklich minimalen Seitenspiel liegen sie in der Führung und zeugen von hoher Qualität. Nicht zu schwer und nicht zu leicht. Eben genau wie Fader zum Beatmixing sein müssen. Nach oben hin werden alle Faderwege von zwei dicken Gummilippen vor schädlichen Substanzen wie Getränken, Asche oder auch einfach der normale Hausstaub geschützt. Ein Griff zu meinen alten (schon einmal erneuerten) DJM500-Fadern lässt mich jäh zurückschrecken. Hakeln, wackeln und schleifen macht sich unter meinen Fingern bemerkbar. Zugegeben, diese Fader wurde auch schon auf einigen Partys von nicht immer ganz sanften Händen bewegt.
Ähnliches wiederholt sich bei sämtlichen Drehregler. Da wackelt nichts. Alles sitzt stramm, wo es hin soll. Die EQ-Potis und (huch!) auch die Gain-Potis haben eine Mittelrasterung. Was Letzteres zu bedeuten hat werde ich wohl noch herausfinden müssen. Egal, der Mittelpunkt ist klar und unmissverständlich spürbar, aber ohne einen langsamen Fade zu vereiteln.
Alle Tasten rasten mit einem lauten „click“ ein und lassen sich durch einen sachten Druck wieder lösen. Es bestätigt sich mal wieder mein Eindruck ein „echtes Profiteil“ vor mir stehen zu haben.
Allein vom Crossfader hätte ich im ersten Moment etwas mehr erwartet. Er läuft zwar sehr exakt und ohne das kleinste Spiel aber doch ein wenig schwerer als der des DJM. Bedenkt man, dass er im Zweifel für Scratchorgien herhalten muss, kommt mir dieser Widerstand etwas spanisch vor. Versteht mich nicht falsch, er läuft wirklich sehr, sehr gut, aber eben nicht so leicht, wie ich es erwartet hätte (mein letzter Testkontakt zur Kaufentscheidung liegt schon etwa 4 Monate zurück). Also wird er erst mal zur genaueren Untersuchung rausgenommen. Wie bei jedem moderneren Pult ist er auf einer separaten Blende untergebracht, um ihn schnellst möglich austauschen zu können. Was sich unter dieser Blende verbirgt hätte ich wirklich nicht erwartet. Es scheint sich um die gleiche Art von Fader zu handeln, wie sie auch im Rane Empath eingesetzt wird:

Rane Empath


Zerlegter Fader

Dieses Ding lässt sich komplett in seine Einzelteile zerlegen und macht den Eindruck, als könne er die nächsten zehn Bierduschen und Ascheregen unbeschadet „genießen“. Jetzt verstehe ich, warum Frau Allen und Herr Heath extra mit einem dezenten Schriftzug „Crossfader by Penny&Giles“ zur Beachtung der inneren Werte mahnen. Schade eigentlich, dass ich als Trancer dieses Wunderwerk der Schalt- und Regeltechnik kaum nutzen werde.




Die Funktionen
Am besten wird es sein, wir fangen am Anfang des Signalflusses an. Dort stellt uns zunächst eine kleine Taste die Frage „Phono oder Line?“ - Natürlich wird keine Sekunde gezögert und der Vorverstärker in seiner Standardeinstellung gelassen: Phonopegel! (Hach ich liebe eben meine Vinyls) Sollte es der Xone aber mal mit einem weniger steinzeitlich denkenden DJ zu tun kriegen, so wechselt mit einem seichten Druck der Pegel auf Line und quittiert dies mit einem Farbwechsel von grün auf rot der Kontroll-LED. Man erkennt also auch in der dunkelsten Muffbude, mit was man es zu tun hat. Diese Variationen gibt es übrigens an den Kanalzügen 3 bis 6, die mit einem diskreten „Music“ auf ihre Bestimmung aufmerksam machen. Im Gegensatz dazu sind die Kanäle 1 und 2 mit „Mic“ bezeichnet. Hier lässt sich der Pegel jeweils zischen Mikrofon und Line wählen. Eine weitere Besonderheit dieser Kanäle ist ihre Monokompatibilität (Steckt man nur einen Klinkenstecker in die Buchse des linken Stereokanals, so ist er trotzdem auf beiden hörbar) und der etwas anders arbeitende EQ (+/-15dB). Insgesamt stehen also 6 Line Inputs (2 davon in Klinkenform), 4 Phono Inputs und 2 Mic Inputs zur Verfügung. Das sollte für die nächste Zeit reichen.
Nach dieser ersten Entscheidung begegnet uns die schon oben erwähnte Mittelrasterung des Gain-Reglers. Mir ist immer noch nicht klar, wozu das gut sein soll, denn schließlich hängt diese Einstellung einzig und allein vom real anliegenden Pegel ab und nicht von irgendeinem Rastpunkt. Egal, das soll uns nicht weiter stören. Anzumerken bleibt jedoch, dass die Gains nicht wie bei einigen Pulten (u.a. DJM) von minus unendlich bis irgendwas gehen. Stattdessen orientiert man sich hier an dem Standard von Live-Pulten, den Begriff „Gain“ (engl. „Gewinn“) wörtlich zu nehmen und einen engeren Regelbereich zur Verfügung zu stellen. Als Referenzpegel dient dabei die Einheit dBu, wobei 0dBu üblicherweise einer Spannung von 0,775V RMS entspricht. Diesem Wert zu Grunde liegend gibt A&H den Regelbereich der Gains mit +/- 10dBu für Line und -40dBu bis -20dBu für Mikrofone und Plattenspieler an. Wem das zu mathematisch klingt kann es auch einfach wieder vergessen und weiter lesen. In der Praxis wird einen das alles nicht interessieren.
Ist das Signal also eingepegelt fließt es durch den abschaltbaren 4Band-EQ mit einem Regelbereich von -26dB bis +6dB. Dabei liegen die Eck bzw. Scheitelfrequenzen bei 100 Hz, 250 Hz , 2,5 kHz und 10 kHz.
Je nach Wunsch wird nun das Signal gesplittet und ein Teil geht raus über die Aux-Sends, welche sich in einem Bereich von minus unendlich bis +6 dB einpegeln lassen. Alternativ wird das Signal erst nach dem Linefader ausgegeben und hängt somit von dessen Stellung ab. Ist er unten, kommt auch hier nichts mehr raus. Dazu gibt es an jedem Regler des Aux-Busses eine kleine Taste, die mit „Pre“ bezeichnet ist. Ist sie gedrückt, wird das Signal vor dem Fader ausgegeben. Anderen Falls eben nach dem Fader. Letzteres wird im Allgemeinen mit „Post-Fader“ bezeichnet.
Wo wir schon an dieser Stelle sind, könnten wir uns jetzt mal dem Cueing beim Xone62 widmen. Zunächst ist zu erwähnen, dass der PFL-Bus ab Werk vor dem EQ abgezweigt wird. Das bedeutet jegliche Einstellung der EQs sind nicht im Kopfhörer zu hören. Einige Fachhändler bieten aber gegen Aufpreis eine Modifikation des PFL an, womit man wieder wie gewohnt vorhören kann. Was man sich dabei gedacht hat, ist mir aber ein Rätsel.
Jeder Kanalzug hat eine große weiße „Cue“-Taste, die in aktiviertem Zusatnd rot aufleuchtet. Der so selektierte Kanal wird auf das große 12-stellige LED-VU-Meter gelegt, um exakt einpegeln zu können. Um Missverständnisse zu vermeiden leuchtet gleichzeitig eine große rote LED unterhalb der Aussteuerungsanzeige auf. Übrigens hat jeder Kanal auch eine eigene vierstellige LED-Kette zur groben Pegelüberwachung. Ist keine Cue-Taste gedrückt, so liegt sowohl am Kopfhörer als auch auf dem Haupt-VU-Meter das Mastersignal. Genauso bin ich es von Live-Pulten gewöhnt. Für Freude des Schiefen Kopfhörers gibt es eine „Split“ Funktion, welche das Signal teilt, so dass links das Cue und rechts das Mastersignal anliegt. Wer eine stufenlose Überblendung vermisst und keine Effektgeräte o.ä. ansteuern möchte, kann zu diesem Zweck den Aux-Bus „missbrauchen“. Einfach die Aux-Sends auf „Pre“ stellen und die Taste zum abhören der Auxe drücken und schon kann man jeden Kanal individuell im Kopfhörer mischen, ohne dabei etwas am Mastersignal zu verändern. Klingt vielleicht etwas umständlich, aber ich selbst brauche solche Spielereien eh nicht. Der ein oder andere wird diesen Tipp aber vielleicht zu schätzen wissen.
Kommen wir nun nach diesem kleinen Exkurs zum Highlight dieses Mischpultes: Die Crossfadereinheit mit zwei resonanzfähigen Filtern. Die CF-Zuordung erfolgt über jeweils zwei Tasten in den „Music“ – Kanalzügen. Die obere Taste „Xfade On“ routet erst mal das Signal zwischen Master und CF hin und her. Die Wahl der Crossfaderseite erfolgt darunter über (X/Y). Der jeweilige Status wird mit zwei farbigen LEDs dargestellt. Grün für die linke und gelb für die rechte Seite. Für die Faderkurve gibt es zwei Varianten zur Auswahl: „Dip“ und „Cut“. Man könnte jetzt vermuten, dass es sich dabei um eine weiche und eine sehr harte Kurve zum Cutten handelt. Dem ist aber nicht so. Vielmehr trägt A&H hier den beiden grundsätzlichen Kurven Rechnung, die bei Mixern für den Technobereich zu finden sind. In der Einstellung „Dip“ weißt der Fader eine Pegelreduzierung von 3dB in der Mitte auf. Eine relative Pegelabsenkung von 3dB bedeutet eine Halbierung des realen Pegels. So kann man mit Hilfe des Crossfaders von einem Kanal zum anderen überblenden kann, ohne dabei Gefahr zu laufen, die 0dB Aussteuerung zu überschreiten (vorausgesetzt, diese sind auch wirklich exakt ausgesteuert). In der „Cut“- Stellung funktioniert der CF wie bei einem DJM500. Das „alte“ Signal wird also erst ab der Mitte leiser, während das „neu“ von Anfang an langsam eingeblendet wird. So wird der typische Verlauf des Linefadermixings simuliert, bei dem in der Mittelstellung beide Signale zu 100% hörbar sind und sich so der Gesamtpegel um 3dB erhöht. Hier hätte ich mir doch schon etwas mehr erhofft. Wenn man schon solch einen hochwertigen Crossfader einbaut, hätte ich es nur für logisch gefunden, die Kurve frei variierbar zu gestalten um auch für kleine Ausflüge ins Scratchland gerüstet zu sein.
An jedem Ende des Crossfaders befindet sich eine Taste, die mit einer spacig blau leuchtenden LED die frohe Botschaft „Filter ON“ verkündet und Gefühle eines bevorstehen Space-Shuttle Starts auslöst. Nüchtern betrachtet handelt es sich um ein Highpass/Bandpass/Lowpass - Filter mit frei variierbarer Eck- bzw. Scheitelfrequnez (100Hz bis 20kHz) und stufenlos einstellbarer Resonanz. Und das alles voll analog (im Gegensatz zum DJM600 „Filter“- Effekt). Die Eigenresonanz ist vom dezenten „Mild“ bis zum deutlich hörbaren „Wild“ variierbar. Leider verursacht sowohl die CF-Zuordnung als auch die Aktivierung des Filters bei anliegendem Audiosignal ein leichtes Knacksen. Hier hätte man etwas mehr ins Schaltungsdesign stecken können. Einfachste Lösung wäre wohl ein zusätzlicher Überblendregler. Nichts desto trotz ist dieser Filter wirklich ein verdammt lustiges Soundspielzeug und man verbringt Stunden damit, die gleiche Platte abzuspielen und dabei wie ein wild gewordener Esel an den Reglern zu schrauben. Reichen die 26dB Absenkung des EQ nicht? - Kein Thema. Einfach it Hilfe des HPF einen Lowcut setzen und schon ist der Bass vollkommnen weg geschnitten.
Hat sich das Signal durch die Filter gekämpft, erwartet es ein Panoramaregler und ein erneuter Abzweig in den AUX-Bus. Leider funktioniert den Pan-Regler nicht für Signale, die direkt auf den Master geroutet sind. Hier eine Korrektur der Stereobalance zu machen ist also nicht möglich.




Der Klang
Dabei fallen mir sofort zwei Sprüche ein:
„Bei Allen&Heath von Klangqualität zu sprechen hieße Eulen nach Athen zu tragen.“
und
„Klang ist subjektiv“
Ob das Xone nun im Gegensatz zum DJM „voller“ oder „wärmer“ klingt sei erst mal dahingestellt. Dies zu beurteilen fehlt mir die nötige Anlage. Was mir aber spontan bei der ersten Platte auffällt ist ein Stückchen mehr Transparenz in den oberen Regionen. Der von A&H mit 20Hz bis 40kHz angegebene (zum Vergleich DJM500: 20Hz bis 20kHz), stark „überdimensionierte“ Frequenzgang zahlt sich zum Teil sehr deutlich aus. Es gibt wohl keinen in der PA gebräuchlichen Lautsprecher, der in der Lage ist 40kHz wiederzugeben und auch bei einem menschlichen Gehör von derartig hohen Frequenzen zu sprechen wäre Utopie, aber dennoch wirkt der Xone „luftiger“ und „frischer“, wenn es um hohe Töne geht. Das kommt vor allem perkusiven Sounds zu gute, die sich besser separieren und ordnen lassen. Ob dies bei einer durchschnittlichen Club-PA zu hören ist, ist eine andere Frage.
Das klangliche Verhalten des EQ ist, wie könnte es anders sein, vorbildlich. Die Bänder trennen sauber und sogar der immer etwas kritische Hochmittelton- und Hochtonbereich wirken auch bei starker Anhebung (max. +6dB) nicht nervig. Die EQ-Filter scheinen logarithmisch zu laufen (subjektiv, nicht gemessen!), so dass man erst ganz sanft eine Veränderung spürt um dann auf den letzten Millimetern ziemlich weit runter zu gehen. Gerade mir als erklärter Kill-EQ-Hasser kommt das sehr entgegen. Man hat viel Regelweg, bevor man den Charakter der Musik spürbar verändert. Wenn es aber doch etwas mehr sein darf, kommt man mit dem gebotenen Regelbereich sehr weit runter oder man setzt wie oben beschrieben einen „echten“ Lowcut.




Die Ergonomie
OK, ich gebe es ja zu: An die Ergonomie eines DJM kommt auch das Xone62 nicht heran. Aber zu erst das positive: Trotz meiner Finger, die in Form und Proportion ein wenig an die „Mini-Winni-Würstchenkette“ erinnern, bleibe ich nicht zwischen den EQ-Potis stecken. Sie sind zwar deutlich kleiner als die des DJM, aber dafür voll mit Gummi überzogen und somit nicht minder griffig. Die Abstände zwischen den Kanälen sind gut bemessen. Versucht man allerdings zwei benachbarte EQ-Bänder desselben Kanals zu manipulieren, muss man schon ein wenig spitzfingrig fummeln. Direkt oberhalb vom des Hi-Bandes liegt der Gain, weshalb eine Berührung unvermeidlich ist. Dennoch verstellt sich nichts. Dazu sitzen die Potis zu stramm im Sattel.
Was beim ersten Blick auf den Xone62 auffällt und dem ein oder anderen etwas Kopfschmerzen bereitet ist di unglückliche Position der CF-Assign Schalter.Sie liegen zwischen den Fadern! Bewegt man diese so, wie es bei Wannenkappen eigentlich üblich ist, nämlich mit der Fingerkuppe in der Mulde ist das kein Problem. Umfasst man den Fader aber so, wie man es von den schmalen Kappen gewöhnt ist, kollidiert man regelmäßig mit den Schaltern. Ich habe das im Moment so eingerichtet, dass alle Kanäle auf die selbe CF-Seite geroutet sind. So sind die Tasten gedrückt, stehen deshalb nicht mehr so weit hoch und man hat außerdem einen Filter immer griffbereit.
Alles in allem kommt man aber nach einer kleinen Eingewöhnungsphase sehr gut mit dem Mixer zurecht. Anscheinend haben sich die Designer des A&H doch etwas zu stark am DJM orientiert. Hätte man nicht eine so schmale Form gewählt, sondern den Mixer etwas breiter (19“?) gestaltet und wäre eine oder auch zwei HEs mehr in der Tiefe gegangen, dann hätte man alles etwas auseinander ziehen können und wir hätten hier DEN perfekten Clubmixer vor uns.




Epilog
Ich möchte hier nicht noch mal alle Vor und Nachteile auflisten, weil solche Aufstellungen immer dazu neigen, die Merkmale gegeneinander aufzurechnen, was dem Gesamteindruck in keinster Weise gerecht würde. Ich kann nur noch einmal betonen, wie (hoch)wertig dieser Mixer ist und wohl die nächsten Jahr(zehnte?) mein Wohnzimmer schmücken wird. Gerade im Kombination mit einem Effektgerät wie dem Korg KPII ergeben sich nahezu grenzenlose Möglichkeiten der Soundmanipulation. Frequenzselektive Echos mit variierendem Filter bei voller Resonanz - Das ist modernes Auflegen.

Ich hoffe, ich konnte einige Geheimnisse dieses Gerätes lüften und manchem eine bevorstehende Kaufentscheidung erleichtern.
--- stocky ---
Keep spinnin’ records!




Anhang:
Allen&Heath Hompage
Manual (Englisch)
ProAudio Marketing (Deutschlandvertrieb von A&H)
Penny&Giles Homepage
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Marco Maribello
Stagediver
Stagediver


Anmeldedatum: 03.08.2004
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: Mi 11-08-2004, 8:46    Titel: Antworten mit Zitat

Habe mit dem 92er am Weekend aufgelegt. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die 2fache Mittenreglung. Aber da passte schon ganz gut. Sound und Handling fand ich einfach geil.
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TuneFish
V.I.P.
V.I.P.


Anmeldedatum: 22.03.2008
Beiträge: 99

BeitragVerfasst am: Mo 18-08-2008, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr netter und guter Testbericht Wink
War interessant zu lesen, auch wenn ich nicht alles gelesen hab Embarassed Aber trotzdem, Top ! Smile
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